Was würde mein kleines Ich heute zu mir sagen?
14.02.2026 Depression Narzissmus 2 Min.
Irgendwie hängen die Gedanken einmal wieder schief im Kopf. Was würde mein kleines Ich wohl heute zu mir sagen?
Als Kind war mein Leben eher ein Überleben. Ständig auf der Hut sein. Nichts Falsches machen. Nichts Falsches sagen. Bloss keine Bedürfnisse äussern.
Schon früh habe ich lernen müssen, andere zu lesen vor allem meine Mutter. Wann ist der richtige Zeitpunkt, sie etwas zu fragen? Wann darf ich um etwas bitten? Wann ist es sicher? Wahrscheinlich hat sich daraus meine Hypersensibilität entwickelt. Ich war immer bemüht den richtigen Moment zu finden. Immer wachsam. Immer angepasst.
Ich hatte als Kind keine grossen Träume vom Leben. Ich war mir sicher, es wird immer so beschissen bleiben. Aus mir würde nie etwas werden. Das hatte mir meine Mutter mit ihren manipulativen Predigten oft genug eingetrichtert, das ich selber begann es zu glauben.
Ich träumte nicht von einem liebevollen Mann. Nicht von Kindern. Nicht von einem Haus. Nicht von einem tollen Beruf. Nicht von einem Leben ohne Angst. Ich dachte, so alt würde ich gar nie werden. Ich lebte in einer Art Blase. Gefangen in mir selbst. Ein Blick nahc draussen war mir gar nicht gegönnt.
Und heute?
Heute würde mein kleines Ich staunen. Staunen, dass ich die Kraft hatte, weiterzugehen. Mich zu lösen. Mich zu befreien. Zu einer Frau zu reifen, die kämpft. Die weitermacht. Die reflektiert. Die fragt. Die liebt.
Es ist besser geworden. Vielleicht nicht perfekt. Vielleicht nicht schmerzfrei. Aber anders. Sicherer. Bewusster.
Meine Heilung ist immer noch in Bewegung. Aber sie bewegt sich in die richtige Richtung.

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Kommentare
Björn schrieb am 14.02.2026 um 17:37 Uhr
Danke und schön, dass es Dich gibt!