Nachgedanken zur Therapie
21.01.2025 privat Depression Emetophobie Narzissmus 2 Min.
Die Angst vor dem Erbrechen ist eigentlich nichts anderes als die Angst vor meiner Mutter, die ich als Kind verspürte. Ich war machtlos, konnte es bzw. sie nicht kontrollieren und war ihr ausgeliefert. Mit kleinen Schritten in meiner Therapie und hoffentlich einem grossen dank baldiger Hypnose-Sitzung will ich meine Angststörung endlich in den Griff bekommen. Es ist nicht das Erbrechen an sich, was mich in Panik versetzt. Viel mehr der Umstand, dass ich es nicht kontrollieren kann, ob und wann es passiert. Das es eklig ist, ist mir bewusst. Und das sehen andere genauso. Es gab nie ein Ereignis in meiner Kindheit, auf das ich die Angst zurückführen kann. Wenn auch unsre Mutter uns das Gefühl gab, wir seien selber schuld dran, wenn es uns schlecht gänge und wir kotzen mussten. Lag es in ihren Augen am falschen Essen oder weil man zu lang im kalten Schnee gehockt ist. Ich hatte da übrigens lange Probleme, wenn ich meine Kinder im Schnee sitzen sah. Heute weiss ich, das ist völliger Bullshit. Man kotzt nicht, weil man (trotz warmer Kleider) mal ein paar Minuten auf dem kalten Schnee hockt. Im blödesten Fall gibt’s eine Blasententzündung. Aber meine Mutter hatte wirklich ein Händchen dafür, uns Kinder die Schuld zu geben, wenn wir krank waren. Im heutigen Gespräch mit meiner Therapeutin fielen mir Erinnerungen aus meiner frühesten Kindheit ein. Ich litt damals oft an bronchialem Asthma. Sicher nicht schön, sehen zu müssen, wenn das eigene Kind nicht richtig schnufen kann. Mir fiel ein, wie angstvoll und hilflos meine Mutter damals wirkte. Überfordert, sie wollte mir helfen, aber konnte nicht. Etwas wie ein Stechen im Herzen bei mir. Etwas wie: sie sorgte sich tatsächlich um mich in dieser Situation, aber konnte mir nicht helfen. Vielleicht ging ihre Hilflosigkeit in Wut, in Ärger, in Aggression über, weil sie sich nicht zu helfen wusste. Vielleicht hatte sie auch nur Angst, weil sie ihre Eltern und ihren Bruder so früh verloren hat. Verlustangst, die sie erstarren liess, die sie wütend machte, weil sie sich nicht zu helfen wusste. Für mich war es heute bei der Sitzung dennoch eine schöne Erinnerung, zu wissen, dass sie versucht hat, für mich da zu sein.